Protokoll des 25. Treffens der Freiwilligen Müllerinnen und Müller in Worpswede, Lübberstedt und Aschwarden
Bürgermeister Stefan Schwenke, Vorstandsmitglied der MVNB, eröffnete das Jubiläumstreffen der ca. 55 Freiwilligen Müllerinnen und Müller, Ausbildern, Heimatfreunden und Mühleninteressierten am 17.05.2025 in der Ratsdiele von Worpswede. Leider musste er mitteilen, dass der engagierte Worpsweder Mühlenwart Heino Böhme 2 Tage vorher verstorben war. Er hatte noch bei den Planungen geholfen.
Worpswede hat sich als schöner Ort zu einem bekannten Künstlerdorf entwickelt. Die Windmühle ist für jeden Künstler ein beliebtes Motiv, so dass sie zu den am meisten gemalten Windmühlen gehört und überall als Wahrzeichen bekannt ist. In der Mühle sind davon überwiegend Künstlerkarten zu sehen. Auch in der Ratsdiele hängt ein Mühlenbild von einem einheimischen Maler.
Heinrich Schwenke, der Vater von Stefan Schwenke und seinem Bruder und ebenfalls Bürgermeister, betrieb in der Mühle noch einen Landhandel, wo die Brüder und die ganze Familie noch mitgeholfen haben. 1988 wurde dann ein Vertrag mit der Gemeinde Worpswede geschlossen. Heute hilft sein Sohn Jonas Schwenke mit bei den Führungen.
Worpswede ist ein kleiner Ort, bestehend aus 8 Ortschaften, mit etwa 9000 Einwohnern. Neben der Worpsweder Mühle ist auch die Ostersoder Mühle in kommunaler Hand, wo auch der Landrat mit eingebunden ist. Außerdem gibt es weitere Mühlen, u. a. auch Motormühlen.
Das Buch „Die Mühle auf dem Rattenberg“ von Jürgen Teumer informiert über die Worpsweder Mühlen und kann für 5 € erworben werden.
Das Vorstandsduo Bea Tilanus und Marion Kruse begrüßte die Gäste. Sie bedankten sich beim Bürgermeister und der Gemeinde Worpswede für die Unterstützung und die Bereitstellung der historischen Ratsdiele und der Besichtigungsmöglichkeit der Mühle. Außerdem halfen die benachbarten Mühlenvereine aus Lübberstedt und Aschwarden, die Veranstaltung durchzuführen. Sie stellten ebenfalls ihre Mühlen zur Besichtigung zur Verfügung. Zum Empfang wurden belegte Brötchen von der örtlichen Bäckerei Behrens gereicht. Bei der Anfahrt gab es leider für einige Gäste Verwirrungen, weil es in Worpswede 2 Rathäuser gibt.
In einer Gedenkminute wurde an die Verstorbenen gedacht:
- Müllermeister Hans Hermann Bohlmann aus Syke (89 J., Ehrenmitglied, Ausbilder, Autor und Ersteller der Ausbildungsordner und weiterer Lehrmaterialien, Kreismuseum Syke, Plattdeutscher Heimatdichter)
- Mühlenwart Heino Böhme aus Worpswede (s. o.)
- Harm Krol von der Windmühle Uelsen (75 J.)
- Kurt Senger von der Nolteschen Wassermühle Süstedt
- Margareta Gaiga von Witzleben (84 J., Herrin auf Hude, Klostermühle Hude)
- Wilhelm Olliges von der Windmühle Gehlenberg (79 J.)
- Winfried Nehe aus Papenburg (77 J.)
- Rolf Schulze von der Windmühle Grefenmoor
- Ernst Kopischke vom Arbeitskreis Meyenburg mit Mühle und Mühlenchor (85 J.)
- Günter Neubecker aus Hambergen (83 J., Mühle von Rönn u. a., Mühlendichter)
- Burkhard Vornhagen aus Dinklage (53 J., Schweger Mühle)
- sowie weitere verstorbene Mühlen- und Heimatfreunde.
Bea Tilanus berichtete über die Veranstaltungen im letzten Jahr. Während 2023 eine Fahrt in die Niederlande unternommen wurde, gab es 2024 einen Gegenbesuch der Niederländischen Gilde van Molenaars Overijssel ins Osnabrücker Land. Dabei ging es zunächst nach Bad Essen zur Wassermühle, wo wir mit Würstchen und Getränken bewirtet wurden. Außerdem gab es gruppenweise Stadt- und Mühlenführungen. In Engter wurde die große Sägemühle von Ludwig Sommer besichtigt, wobei die Gattersäge vorgeführt wurde. Schließlich ging es nach Lechtingen zur Wind- und Motormühle, wo Ansgar Vennemann und das Mühlenteam die Besucher mit einer Kuchentafel und Heißgetränken empfingen. Die Mühlentour verlief sehr gut und die Niederländer freuen sich, wenn wir im September 2025 wieder zu ihnen kommen. (Näheres siehe Mühlstein Nr. 77 und Homepage MVNB)
Martin Läer, Vorsitzender der Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen (MVNB), plädierte dafür, dass die Mühlen mahlen sollen. Das steingemahlene Mehl wird immer mehr nachgefragt. Warum? Mehle aus modernen Mühlen oxidieren stark aufgrund der Wärmeleitung und der Geschmack leidet. Bei historischen Mühlen jedoch erfolgt durch die Mahlsteine keine Oxydierung, dadurch ergibt sich ein besserer Geschmack. Auch Kinder merken den Geschmacksunterschied. Sie haben Spaß am Mahlen. So sollen sie für die Mühlen interessiert werden. Einige machen dann später als junge Erwachsene die Freiwillige-Müller-Ausbildung. Heutzutage verwenden viele Bäcker Fertigmischungen. Biobäcker wollen gerne Mehl von den Mühlen abnehmen. Nur echte Handwerksbäcker wie sie können noch dieses Mehl verarbeiten. Auch in den Niederlanden arbeiten viele Wind- und Wassermühlen, um Mehl zu verkaufen. Eine stets arbeitende Mühle verdrängt zudem die Schädlinge. Der Vorstand berät und unterstützt Mühlen, die Mehl produzieren möchten.
„Mühlen in der Kunst – Mühlen zwischen Kunst und Glauben“ lautete der Vortrag von Bea Tilanus, die auch Kulturanthropologin ist. Das Thema wurde gewählt, weil Worpswede ein Künstlerort ist und historische Wahrzeichen wie Mühlen zu allen Zeiten gern dargestellt wurden.
Eine frühe bekannte Darstellung um etwa 1175 stammt von Herrad von Landsberg aus dem Kloster Sint Odilienberg. Im Hortus Delicarum ist eine Wassermühle abgebildet, die von Frauen bedient wird.
In der Bibel ist insgesamt 19 x von einer Mühle bzw. einem Mahlwerk die Rede. Davon
6 x Mahlen des Getreides
5 x Handmühle
9 x Mühlstein
2 x Mühle
Um zu verdeutlichen, dass Christus auch im Hier und Jetzt aktiv war, setzten mittelalterliche Künstler dies in Wind- und Wassermühlen ihrer Zeit um.
Beispiele:
Hans Memling (1430 – 1494), deutscher Maler der altniederländischen Schule, Brügge
Hieronymus Bosch (um 1500): Das endgültige Urteil
Engel mit dem Mühlstein, Bamberger Apokalypse, Reichenau, um 1810
Albrecht Dürer: Kreuzigung, 1894, im Hintergrund eine Windmühle
Dabei wird eine Mühlen-Mystik – die Magie der Mühle vermittelt:
Transformation (Lebendiges Getreide)
Zyklische Bewegungen
Himmel und Erde
Jüngstes Gericht
Die Transformation wird deutlich in der Hostienmühle (Ulm, um 1470; Max und Moritz; Hostienmühle Kloster Heilig Kreuz Rostock, um 1450 u. a.).
In der Mühlendichtung wird die Mühle als Maria beschrieben: „Dat moelen leeth“, um 1512, Ludwig Dietz, Rostock u. a.
Florian Kehm von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz schreibt zur Mühle in der Kunst des Mittelalters:
“Auffällig ist allerdings, dass alle betrachteten Motive im deutschsprachigen Raum Wasser- oder Kurbelmühlen sind, während in diesem Zeitraum in demselben Gebiet Windmühlen in Dichtung, Literatur oder Kunst kaum eine Rolle gespielt zu haben scheinen. Die Windmühle ist hingegen in anderen Werken als Gegenstand auffindbar.” „Flügel von Windmühlen sind in diesem Sinn verbunden mit der Luft der Himmel.“
Zyklische Bewegungen werden durch die Mühlen verdeutlicht:
„Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“, Text von Ernst Anschütz ,1824
„Das Wandern ist des Müllers Lust“, Wilhelm Müller
Auch im Sufismus wird das Bild der Mühle verwendet: Die Mühle sagt: „Du musst grobe Dinge empfangen und feine zurückgeben; um Dich selbst kreisen und in Dir selbst reisen.“ Mystiker Abu Sa´id, ca. 967 – 1049.
Tanzende Derwische stellen die Bewegung der Mühle dar.
Zwischen Himmel und Erde
Man kann das Licht im Himmel spüren – bei den Wolken:
Hans Holbein, der Jüngere: Die Vision von Ezechiel
Windmühle August Kraus, 1852 – 1917
Wassermühle, stärker mit der Erde verbunden:
Wassermühle Albrecht Dürer, 1471 – 1528
Wassermühle Pieter Brueghel, V 1569
Lied: In einem kühlen Grunde, da geht ein Mühlenrad, Joseph von Eichendorff, 1813
Zyklische Bewegungen: Kreisen
Innerliche Wanderschaft: Im Sanskrit bedeutet Chakra Rad oder Kreis
Friedrich Nietzsche: Das unheimliche Räderwerk
Artur Szalkowski, * 1972: Mühlrad
Otfried Preußler: Krabat (Meister der schwarzen Mühle)
Jurij Brézan: Die schwarze Mühle Vergleich von Preußler und Brézan
Egbert Lievensz van der Poel (1621 – 1664): Brennende Mühle
Das 7. Siegel, Offb. 8
Mühlenheiliger Saint Victor de Marseille wird in der Heilig-Blut-Prozession von den Müllern in Brügge mitgenommen.
New Age? Chakren werden nur von außen gesehen. Die Bedeutung der Mühlen in der Kunst als innere Reise wird nicht verstanden.
Fazit: Und so wird die Mühle zu einem alten und gleichzeitig neuen Symbol für die Beziehung zwischen Mensch und Kosmos. Sehr menschlich und sehr dynamisch.
(Vortrag gekürzt.)
Bea Tilanus zeigte in ihrer Präsentation viele Beispiele von Gemälden und literarischen Werken.
Danach wurden die Vorstandswahlen durchgeführt. Bea Tilanus aus Bruchmühlen, Marion Kruse aus Dinklage vom Freundeskreis Schweger Mühle und – als neuer Kandidat – Stefan Hardinghaus aus Osnabrück vom Mühlenverein Lechtingen stellten sich vor und wurden – bei eigenen Enthaltungen – gewählt. Martin Läer bedankte sich für die bisherigen besonderen Leistungen und drückte seine Freude darüber aus, dass nun auch ein junger Freiwilliger Müller aus dem Osnabrücker Raum mit von der Partie ist.
Der Vorstand des Arbeitskreises Freiwillige Müllerinnen und Müller ist eher ein Leitungsteam auf Augenhöhe und freut sich auf weitere Personen. Interessierte können sich unverbindlich melden.
Ehrungen: Besonders geehrt wurden in diesem Jahr die Ausbilder Johann Hüneke und Franz Cloer, die in Kooperation mit der VHS Diepholz seit Jahrzehnten in ihrer Freizeit ehrenamtlich Freiwillige Müllerinnen und Müller ausbilden. Unter großem Applaus nahmen die Geehrten als Dank ihre Mühlenliköre entgegen. Sie erzählten von den großen Verdiensten ihres Mitstreiters Müllermeister Hans Hermann Bohlmann, der vor 26 Jahren mit den Lehrgängen begonnen hatte und mit dem sie bisher ein Ausbilder-Trio bildeten. Bei Wind und Wetter fahren sie an den Kurs-Wochenenden kilometerweit zu den Ausbildungsmühlen, anstatt sich auszuruhen. Ihre Kurse sind ausgebucht und es gibt lange Wartelisten. Sie legen großen Wert auf die Praxis und auf Einhaltung der Sicherheit. Johann Hüneke weist auf den nächsten Ausbildungslehrgang am 18.04.2026 hin. Man könne sich jetzt schon bei der VHS Diepholz anmelden. Deshalb sei es wichtig, bei den Mühlen interessierte Personen anzusprechen.
Bernhard Kühne, Geschäftsführer der MVNB, merkt an, dass die Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen intensiviert werden soll, insbesondere in Leer. Sie kümmern sich um den administrativen Teil. Die Ausbilder sorgen für eine verlässliche Ausbildung der Freiwilligen Müllerinnen und Müller. Wichtig sind vergleichbare formale, inhaltlich didaktische und versicherungstechnische Grundlagen. Es wird angestrebt, auch in Osnabrück wieder Lehrgänge anzubieten.
Das Mühlenarchiv in Schortens ist das größte seiner Art in Deutschland und wird von Hinrich Ridinius betreut. Es befinden sich sogar Original-Bücher aus dem 16. Jahrhundert dort, betont Martin Läer. Das Archiv ist für alle Mühlenfreunde interessant, auch für Heimatforscher z. B. beim Erstellen von Chroniken und für Doktorarbeiten. Es gibt von fast allen Orten in Niedersachsen und Bremen Unterlagen. Da das Archiv in Schortens renovierungsbedürftig ist, soll es eventuell zur Mühle nach Upgant-Schott verlegt werden. Evtl. könnte man eine Verbindung mit einem Café, Dorfladen o. ä. schaffen, um das Archiv dem Publikum näher zu bringen. Dafür werden Fördergelder benötigt. Hinrich Ridinius hat bereits sehr viel digitalisiert. Dies soll noch intensiver erfolgen, ist aber teuer und dauert sehr lange, da jede Seite einzeln eingescannt werden muss. Frau Emily Weede von der Ausbildungs-Wassermühle Karoxbostel meldet sich, dass es spezielle Firmen gibt, die schnell und nicht teuer sind. Der MVBN-Vorstand könne die Kontaktdaten erhalten.
Der MVBN-Vorstand wird laut Martin Läer immer wieder angefragt wegen Versicherungen für Mühlen. Dies ist ein wichtiges Thema. Insbesondere bei Mühlen in privater Hand gibt es Probleme, die Besitzer sollen Unsummen an Versicherungsbeiträgen zahlen, das können sie nicht stemmen. Er empfiehlt die LVM-Versicherung, da diese mit der Mühlenvereinigung zusammenarbeitet. Herr Peithmann war bereits bei mehreren Versammlungen. Es wurde ein Beispiel einer ostfriesischen Mühle genannt.
Planung 2025: Ausflug in die Niederlande am Sa 20.09.2025
In Zusammenarbeit mit der Gilde voor Molenaars Overijssel ist für September wieder eine Mühlentour in die Niederlande geplant. Bea Tilanus erklärt das Programm:
Los geht es mit einem Bus von Taxi Schweers um 8 Uhr von der Wassermühle Bruchmühlen und um 9:30 Uhr von der Windmühle Lechtingen.
Programmpunkte:
Mühlenbaufirma Vaags & Groot Wesseldijk BV in Aalten
Korenmolen „De Vier Winden“ in Vragender (>Ziel wurde umgeändert: Windmolen Agnetha in Ruurlo, Korn- und Sägemühle)
Mallumse Molen Eibergen, Wassermühle mit Pellgang, daneben Fährhaus
Die Reise steht grundsätzlich allen Mühleninteressierten offen. Es können 30 bis 40 Personen mitfahren. Die Kosten betragen 40 €, die am Bus zu bezahlen sind.
Fragen und Anmeldungen auf der Versammlung oder bei Bea Tilanus, info(at)bruchmuehlen2.de und den anderen Vorstandsmitgliedern.
Fortbildung Mühlensegel am Sa 11.10.2025 um 10:30 Uhr in Hahnentange mit Segelmacher Jelle Koning aus den Niederlanden
Hierzu laden der Vorstand des Arbeitskreises Freiwillige Müllerinnen und Müller sowie der Mühlenverein Hahnentange e. V. herzlich ein.
Veranstaltungsort: Hahnentanger Mühle mit Teestube, 1. Südwieke 207, 26817 Rhauderfehn
Der Windmühlen-Segelmacher Jelle Koning wird nicht nur theoretische Grundlagen über Mühlensegel vermitteln, sondern auch praktisch mit den Teilnehmenden arbeiten, z. B. Knoten binden, Segel reparieren, Taue an den Segeln anbringen usw. Er bringt Übungsmaterial mit. Danach Führung und Ansegeln der Mühle. Für das leibliche Wohl wird auch gesorgt. Die Teilnehmenden werden gebeten, den Kostenbetrag von 10 € zu Beginn des Kurses in bar vor Ort zu entrichten.
Es gibt Platz für 20 Interessierte. Eine Anmeldung ist erforderlich entweder auf der Versammlung oder bei Bea Tilanus, info(at)bruchmuehlen2.de
Die Veranstaltungen werden auch im kürzlich erschienenen Mühlstein Nr. 78 sowie demnächst auf der Homepage www.muehlenland-niedersachsen.de angekündigt.
Aus dem Publikum wurde angeregt, mehr von den Veranstaltungen in die Zeitungen zu schreiben.
Bernhard Kühne weist auf die Homepage und den Mühlentag hin (wird im Hintergrund per Beamer gezeigt). Die Anmeldung für den Mühlentag kann man online erledigen. Viele Mühlen wurden noch nicht angemeldet, deshalb sollen die Vereine noch eine E-Mail schreiben, um auch versichert zu sein und auf der Homepage zu erscheinen. Es werden nicht automatisch die angemeldeten Mühlen vom Vorjahr übernommen. Früher hatte Franz Schnelle noch einzelne Mühlen angeschrieben, das könne nun nicht mehr geleistet werden. Deshalb bedanke man sich für seinen unermüdlichen Einsatz. Statt eines gemeinsamen Plakats kann man mit einem Plakatgenerator seine eigenen Plakate gestalten. Auch ein digitales Bild von den eigenen Mühlen ist hochladbar. Zudem können für den Mühlentag und weitere Veranstaltungen Wimpel erworben werden.
Die Jahreshauptversammlung der MVNB findet am 28.06.2025 in der Wandelhalle in Bad Zwischenahn statt. Dazu wird herzlich eingeladen. In Zukunft soll die JHV immer am 2. Samstag nach Pfingsten stattfinden, damit man den Mühlentag Revue passieren lassen kann.
Von der Windmühle „De Griese Graue“ in Lübberstedt berichtet der 1. Vorsitzende Fred Ellmers. Die Mühle wurde 1858 als Durchfahrtholländer erbaut und brannte nach einem Blitzschlag 1909 bis auf das Feldsteinmauerwerk ab. Im selben Jahr wurde nach dem damals modernsten Stand die Mühle wieder aufgebaut. Sie besitzt 2 Mahlgänge. Das Dach sollte ursprünglich aus Blech sein, wurde aber mit Holzschindeln gedeckt. Zwischendurch gab es immer wieder Renovierungen. Später wurden Motoren eingebaut. 1995 musste die Mühle grundlegend renoviert werden. Die Besitzer konnten die Kosten nicht tragen. Deshalb übernahm nach einigen Jahren die Gemeinde die Mühle und angrenzende Felder, wovon ein Teil zu Bauplätzen wurde, um alles zu finanzieren. Lübberstedt ist die kleinste Gemeinde im Landkreis Osterholz-Scharmbeck und daher auf Fördermittel von Stiftungen etc. angewiesen. Dafür musste ein Mühlenverein gegründet werden, was am 08.12.2000 erfolgte. Der Vorsitzende ist Fred Ellmers. Im „Verein zur Erhaltung der Lübberstedter Mühle e. V." sind derzeit über 260 Mitglieder und neben anderen Ehrenamtlichen inzwischen 4 Freiwillige Müller. Die Renovierungen erfolgten durch Fachfirmen, dazu wurde viel in Eigenleistung erbracht. Im Laufe der Zeit wurde auch eine Mühlenscheune als Veranstaltungsraum gebaut. Außerdem ist die Mühle eine Außenstelle des Standesamtes Hambergen.
(Gekürzt. Weiteres siehe Homepage www.lübberstedt.de/vereine/muehlenverein)
Im Anschluss an die Versammlung bot der Lübberstedter Mühlenverein Führungen sowie Kaffee und Kuchen an.
Schließlich lud Jan-Hinnerk Arfmann-Knübel als 1. Vorsitzender auch zum Besuch der Windmühle in Aschwarden mit Café ein. Der Galerieholländer wurde 1850 erbaut und 1896 durch Feuer zerstört. Bei der Renovierung wurde viel Holz durch Eisen und Stahl ersetzt. Danach gab es weitere Renovierungen. Die Mühle verfügt über 2 funktionsfähige Mahlgänge, einer kann inzwischen elektrisch angetrieben werden. Bei den Mühlenführungen kann man weitere Details erfahren und sich danach im Mühlencafé stärken. Außerdem kann man hinter der Mühle auf den Deich spazieren gehen. Bei der Anfahrt ist auf die Schilder des Lohnbetriebs Rönner zu achten, auf dessen Gelände sich die Mühle befindet.
Zum Punkt „Verschiedenes“ las Marion Kruse die Einladung von Rolf Peter Weichold von der Kriemhildmühle Xanten vor, die dortige Windmühle und Bäckerei zu besuchen. Man könne dort mithelfen, sich praktisch weiterbilden und bei Bedarf eine einfache Übernachtungsmöglichkeit vermittelt bekommen. Nähere Informationen im Internet www.kriemhild-muehle.de, Anfragen an muellerweichold(at)t-online.de.
An den Ausbildungsmühlen in Karoxbostel, Moisburg und Umgebung wurden weitere Freiwillige Müllerinnen und Müller durch Franz Rosenkranz ausgebildet. Stefan Mundt und Friedhelm Petersen haben kürzlich ihre Prüfungen abgelegt.
Das Vorstandstrio Marion Kruse, Bea Tilanus und Stefan Hardinghaus bedankte sich bei allen für ihr Kommen und bei den freiwilligen Helfern für ihre vielfältige Unterstützung. Ohne die Ehrenamtlichen vor Ort wäre die Durchführung des Treffens nicht möglich gewesen. Marion Kruse lud die Anwesenden ein, die Mühlen zu besuchen und die Kuchenbuffets zu erstürmen, die die Ehrenamtlichen mit selbstgebackenen Kuchen bestückt hatten. Ferner können die derzeitige Gewerbeschau und das Künstlerdorf Worpswede besucht werden. Der Vorstand hoffe, dass zum nächsten Treffen im Frühjahr 2026 alle wiederkommen.
Zum Mittagessen wurden Suppen und Baguette von der Cafeterria im Hallenbad serviert.
Anschließend konnten die Mühlen besichtigt werden. Bei der Worpsweder Mühle war auch der Mühlenbauer Gert Möller bei der Arbeit. Bei den Mühlen in Lübberstedt und Aschwarden warteten schon die Freiwilligen Müller und viele Ehrenamtliche und boten fachkundige Mühlenführungen an.
Fotos des Treffens von Carsten Lucht
Marion Kruse
krusem116(at)yahoo.de
Bea Tilanus
info(at)bruchmuehlen2.de
